Übelste Stimmungsmache gegen die Energiewende

Seit einiger Zeit erleben wir eine ganz üble Stimmungsmache gegen die Energiewende!
Die in der Boulevardpresse immer öfter zu lesende dreiste Lüge „Jetzt zahlen wir die Zeche für die Energiewende“ wird auch dadurch nicht „wahrer“, wenn sie ständig wiederholt wird. Selbst einigermaßen seriöse Medien verbreiten leider unkommentiert ähnliche Nachrichten.

Die hinter diesen Aussagen stehende Atomlobby, diverse Politiker, als auch mit den Atomkonzernen verbandelte Journalisten leisten seit Monaten massivste Lobbyarbeit, um das Rädchen wieder zur Atomkraft zurück zudrehen. Sie leisten Lobbyarbeit, indem sie die Ängste der Menschen vor angeblich teurem Ökostrom schüren und wohl lieber heute als Morgen in das lebensverachtende Atomzeitalter zurück möchten. 

Warum dreiste Lüge? All diese Lobbyisten verharmlosen oder verschweigen die Gefahren, die hinter dieser Energieform stecken, sie erzählen ungeniert die Unwahrheit vom angeblich billigen Atomstrom und von sicheren Atomkraftwerken. Sie verharmlosen oder verschweigen das Problem der Endlagerung der nahezu 1 Million Jahre lang strahlenden Atomabfälle, sie reden Tschernobyl und Fukushima klein. Die Liste der Ausreden, der Lügen, als auch der kleinen und großen Sauereien ist lang und wird von Tag zu Tag länger.

Tatsachen sind:
Der Faktor Restrisiko wird verharmlost. Jedes Kernkraftwerk ist unzähligen Risiken ausgesetzt. Neben den unvorhersehbaren Naturgewalten, wie z.B. Monsterstürme wie jetzt Sandy, der die Ostküste der USA heimgesucht hat, kommen noch menschliches Versagen und Materialfehler, -ermüdung, Terrorattacken und weitere nicht kalkulierbare Risiken  hinzu. Tschernobyl und Fukushima sowie einige Beinahe - Katastrophen lassen diesbezüglich grüssen. In den Atomruinen von Tschernobyl und Fukushima ticken gewaltige Zeitbomben, denn man hat die Lage alles andere als im Griff.

Billiger Atomstrom ist reine Schönfärberei und damit Lüge, denn die Stromkonzerne haben es mit Hilfe der Politik geschafft, die kostenträchtigen Risiken wie ausreichende Haftpflichtversicherung für die Atomkraftwerke, die Kosten der Endlagerung, selbst Castoren-Transporte u.v.m. entweder weitgehend der Allgemeinheit, dem Steuerzahler aufzubürden oder im Falle der fehlenden ausreichenden Haftpflicht - Versicherung,  vom Risiko weitgehend befreit zu sein.

Als kleines Beispiel für die Kostenhaftung der Allgemeinheit möchte ich die Endlagersuche bzw. Endlagererkundungen erwähnen:
Bisher wurden in Deutschland laut einer Veröffentlich der Kreisgruppe Steinburg des Bundes Naturschutzes, rund 2 Milliarden Euro für Endlagersuche ausgegeben und weitere öffentliche Mittel werden folgen.
Was haben diese 2 Milliarden Euro eigentlich im Bundeshaushalt zu suchen? - Man sollte doch meinen, die Verursacher des Atommülls die Atomindustrie sind auch für die gefahrlose Beseitigung ihrer strahlenden Hinterlassenschaften zuständig und zwar auf Dauer zuständig, also nicht nur heute, morgen und in naher Zukunft, sondern für 1 Million Jahre! Allein diese Zahl 1 Million Jahre, zeigt den ganzen Wahn- und Irrsinn des Atomzeitalters.

Wie dieses Beispiel auch zeigt, tragen die Atomkonzerne nahezu keine Verantwortung für ihr schmutziges Geschäft. Geschickte Propaganda und Lobbyarbeit in den Parteien machten es möglich die Risiken auf die Bevölkerung abzuladen.

Eine gigantische Veräppelung der Bürger und Steuerzahler, denn ....   
das Risiko tragen die Menschen, die Gewinne wandern zu den Konzernen.

Selbstverständlich wird gegen die Subvention der erneuerbaren Energien gewettert, über die von der Atomlobby eingesteckten Subventionen hüllt man das Mäntelchen des Schweigens. Atomstrom ist nämlich bisher laut Studie von Greenpeace Energy mit mindestens 213 Milliarden Euro Subventioniert worden. Manche Studien sprechen sogar von 304 Milliarden Euro. Auf erneuerbare Energien fallen derzeit insgesamt 67 Milliarden Euro

Atommüll ist eines der größten Verbrechen der  Menschheit, denn dieser Müll strahlt wie bereits erwähnt, nahezu eine Million Jahre. Sichere Endlager für diesen Zeitraum zu schaffen ist reine Utopie. Die als Endlager vorgesehenen Gruben Asse, Salzgitter, sowie Gorleben lassen grüßen.

Asse zeigt deutlich wie unverantwortlich mit dem Müll umgegangen wird und es zeigt auch, dass man derzeit noch nicht einmal in der Lage ist, ein Lager für 40 Jahre sicher zu betreiben, geschweige denn für eine Million Jahre. Die Verseuchung ganzer Landstriche, die Vernichtung der Lebensgrundlagen zukünftiger Generationen wird vorsätzlich billigend in Kauf genommen.

Atomenergie ist schmutzig vom Beginn bis zum Ende der Produktionskette, vom Abbau des Urans bis zur Endlagerung des Mülls. Die Folgen unseres heutigen Wahnsinns werden auch in hunderttausenden von Jahren noch schmutzig sein.

Zu den Kosten: Die Politik lastet dem Verbraucher nicht nur die Risiken auf, sondern auch die Kosten. Strom wird nicht etwa durch Ökostrom teurer, sondern im Gegenteil. An der Strombörse sind die Kosten durch das Einspeisen von mehr Ökostrom sogar gesunken. Doch nur die Industrie profitiert davon, an die Endverbraucher wird diese Preissenkung selbstverständlich nicht weitergegeben. Man verschweigt einfach diese Tatsache.  Unternehmerisches Risiko für die Stromkonzerne - Fehlanzeige, denn die Politik lastet selbst Pannen oder Bauverzögerungen z.B. beim Bau der Offshore Anlagen dem Verbraucher an, der dann sogenannte Gewinnausfälle der Konzerne ausgleichen darf. Eine Unverfrorenheit sonders Gleichen.

Die Umlage zur Förderung der erneuerbaren Energien (Ökostromumlage) steigt nicht etwa deshalb um 1,69 Cent pro Kilowattstunde an weil, wie man uns glauben machen will, die Kosten und Subventionen für diese Energieform zu hoch sind; Die Umlage ist hauptsächlich deshalb so hoch, weil sich u.a. Konzerne, selbst Golfplätze davon befreien lassen.

Für rund 1/3 des Gesamtstromverbrauchs wird diese Umlage nicht erhoben, viele Firmen und Organisationen sind, teilweise aus fadenscheinigen Gründen, davon befreit. Würden alle Stromabnehmer diese Umlage zahlen, wäre eine Kilowattstunde um 1,29 Cent billiger.  Doch der Bürger, der kleine Mann darf alles zahlen.
Trotzdem schiebt man den schwarzen Peter den erneuerbaren Energien zu, das ist unverantwortlich und dreist.

Ein gewaltiger Faktor der Preistreiberei wird selbstverständlich auch verschwiegen, nämlich die völlig überzogenen Gewinnerwartungen der Stromkonzerne.
Denn unsere lieben Stromkonzerne haben es wohl zum Gesetz erhoben, Jahr für Jahr Milliarden Gewinne einzufahren. Sinkender Stromverbrauch bedeutet deshalb auch gleichzeitig „steigende Preise“. Der Staat hält dabei ebenfalls kräftig seine Hand auf, denn höhere Preise bedeuten höhere Steuern.

Selbst bei der Umsetzung der Energiewende setzt die Lobby ihre Interessen durch.
Nicht kleinere, regionale Lösungen werden wie von Umweltverbänden und unabhängigen Fachleuten empfohlen bevorzugt, sondern riesige Offshore Windparks, die die teuren neuen Stromautobahnen erst erforderlich werden lassen.  Kleine regionale Lösungen, eine Stärkung der Stadtwerke, die Beteiligung der Bürger an Windparks und an anderen Ökostrom Projekten, sind offensichtlich unerwünscht.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, das Betreiber von Offshore Windkraft Anlagen, sprich Konzerne,  19 Cent pro Kilowattstunde erhalten werden, für den von der Politik und Lobbyisten verteufelten Solarstrom, sind derzeit lediglich 15 bis 16 Cent zu erzielen, für Solarstrom aus Grossanlagen sogar nur noch ca. 12,5 Cent.
Ein Schelm ist, wer da Böses denkt, in welche Richtung alles gelenkt werden soll – denn die Entwicklung ist ziemlich eindeutig ein Kniefall hin zum Profit der einschlägigen Konzerne.

Nochmals zur Umsetzung der Energiewende. Der Umstieg auf Ökoenergien ist bei vielen verantwortlichen Politikern ein reines Lippenbekenntnis, dem unzureichende Taten folgen. Der Umstieg ist zwar beschlossen, aber ein klares Konzept pro Ökoenergien gibt es nicht, hat es nie gegeben und wurde auch nicht angestrebt. Überall wird nach Belieben rumgewurstelt. Der Bund gegen die Länder, der Norden der Republik gegen den Süden, die Konzerne gegen Stadtwerke und Kleinerzeuger. Es ist einfach keine zukunftsweisende Richtung zu erkennen.

Die Frage stellt sich schon, ist dies von den Lobbyisten und den von verantwortlichen Politikern etwa so gewollt?

Fazit: Der Umstieg auf die erneuerbaren Energien fordert ein klares „Ja“ zu dieser Energieform, ein klares vernünftiges Konzept frei von den Gewinnerwartungen der Konzerne sowie ein entschlossenes Handeln aller Verantwortlichen in Politik und Wirtschaft, zusammen mit uns Bürgern.

Erneuerbare Energien sind umweltfreundlich, klimaschonend, nachhaltig, versorgungs- und zukunftssicher und risikoarm.

Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme sowie sinnvoll angebaute und eingesetzte Biomasse können in Zukunft den weltweiten Energiebedarf decken und zwar solange es unsere Erde gibt, ohne dabei zukünftige Generationen zu belasten, ohne unseren Planeten zu verseuchen. 

Deshalb weiterhin ein klares „Nein“ zur Atomenergie und ein ebenso klares „Ja“ zum schnellstmöglichen und sinnvollen Ausbau der erneuerbaren Energien


Leo Kübert, im Oktober 2012

Quellenvermerke zu den vorstehenden Ausführungen:
Spiegel Online, Frankfurter Rundschau, .ausgestrahlt.de, diverse weitere Presseveröffentlichungen
die Bildzeitung zum Zitat „Jetzt zahlen wir die Zeche für die Energiewende“
Aussagen und Pläne der Bundesregierung, vertreten durch Kanzlerin Angela Merkel,  Wirtschaftsminister Philip Rösler und Umweltminister Peter Altmaier