Offener Brief an die “Amtskirchen” in Deutschland - November 2010

Werte Vertreter der Kirchen in Deutschland

Die Schöpfung erhalten, bewahren und sie mit Leben zu erfüllen, ist Gottes Auftrag an die Menschheit.
Leider läuft auch jetzt in der Gegenwart in dieser Beziehung vieles schief, entgegen dem Auftrag unseres Schöpfers.

 

Aktuell ist wohl die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke durch die CDU/CSU/FDP - Regierung und die damit verbundene unverantwortliche Mehrung des jahrtausende, teilweise hunderttausende Jahre strahlenden Atommülls. Die Endlagerung ist nicht geklärt und wird wohl auch nie gelöst werden. Die Technik ist derzeit nicht in der Lage und wird es auch für diese  langen Zeiträume wohl nie werden, dieses Problem zu lösen.

Ich meine, ich muss wohl niemandem der in der Lage ist etwas nachzudenken erläutern, was das bedeutet.

Ich denke auch, ich muss nicht erklären, was die Halbwertzeiten der Abfallprodukte aus dieser Atomkraft bedeuten, ich nenne hier nur einige:

Neptunium - 2.144 Millionen Jahre

Technetium -  211.100 Jahre

Plutonium (239Pu) - 24.110 Jahre

Americium - 432,2 Jahre

Plutonium (238Pu) - 87,74 Jahre

Zur Erinnerung, die Strahlungen aus diesen Substanzen sind nach diesen Zeiträumen lediglich um die Hälfte abgesunken, strahlen also nahezu unendlich weiter.

Ich denke auch, den Verantwortlichen in den Kirchen ist bewusst, welche Folgen dies ohne eine sichere Entsorgung dieser Abfälle, für die Menschheit, für alles Leben, für diesen Planeten Erde hat.

Trotzdem auch hier zur Erinnerung: Wie lange lässt sich eigentlich die Geschichtsschreibung der Menschheit verlässlich zurückverfolgen, 10.000 Jahre, vielleicht etwas mehr, vielleicht auch weniger; wie alt sind die Pyramiden in Ägypten, nach Expertenmeinung ca. 5.000 Jahre. Nach unserer Zeitrechnung ist Jesus Christus vor 2010 Jahren geboren! Wie lange strahlen dagegen die giftigen Abfälle der Kernenergie?

Leider vermisse ich eine eindeutige Aussage der Kirche zu diesem Problem. Die Amtskirchen schweigen und dulden damit leider das Unrecht, das von der Politik einfach durch Gesetz legitimiert wurde.

Unzählige Menschen zeigen Flagge und demonstrieren uneigennützig gegen dieses Verbrechen gegen diesen Terror gegenüber unseren Kindern, Enkeln, gegen alle künftigen Generationen, gegen die gesamte Schöpfung.
Die Demonstranten nehmen sogar in Kauf, von den Mächtigen und Verursachern dieses Unrechts, kriminalisiert zu werden.

Die evangelische Kirche hat auf ihrer Synodentagung am 07. November 2010 zaghaft Stellung bezogen und die Atompolitik der Bundesregierung kritisiert.  

Doch die katholische Kirche schweigt bisher und macht sich meines Erachtens dadurch schuldig, genauso schuldig wie die Politiker, die das Ganze zu verantworten haben.

Die katholische Kirche hat in ihrer Geschichte schon mehrfach zum jeweils aktuellen Unrecht geschwiegen - Jesus Christus jedoch nicht. Jesus hat Stellung bezogen, er hat Stellung bezogen in einer einmaligen Klarheit.

Nicht nur ich bin mir sicher, sondern viele gläubige Christen auch, nachfolgende Generationen werden unsere Zeit und das Akzeptieren der Missstände, nicht nur im aktuellen Problem Kernkraft sondern in vielen anderen Bereichen auch, als Verbrechen verurteilen, als Terrorismus gegen das Leben, gegen die Schöpfung.

Schweigen die Kirchen weiter oder zeigen sie doch Verantwortung für die Schöpfung?

 

LK im November 2010 

Diesen offenen Brief habe ich an die Kath. Bischofskonferenz über das Kontakt-Formular auf der Website www.dbk.de am 09.11.2010 zugestellt.

Erste zaghafte Stellungnahme der evangelischen Kirche:

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) übt scharfe Kritik an der Atompolitik der Bundesregierung. Zu Beginn der EKD-Synodentagung am Sonntag (07.11.2010) in Hannover forderte der amtierende Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider eine Energiepolitik, die nicht auf Atomkraft setzt.”

Die katholische Bischofskonferenz hat bisher nicht auf meinen am 09. November 2010 zugestellten Brief reagiert
(Stand 03. Dezember 2010)